MDK Baden-Württemberg: Mehr Transparenz bei Behandlungsfehlern

Veröffentlicht: 30.05.17
2016 übernahm der MDK Baden-Württemberg im Auftrag der Krankenkassen in 4.262 Fällen (2015: 4.101) die gutachterliche Prüfung auf einen möglichen Behandlungsfehler. In 1.625 Fällen erstellten spezialisierte Gutachter ein umfangreiches fachärztliches Gutachten. Wie in den Vorjahren konnte bei etwa einem Viertel der begutachteten Fälle der Behandlungsfehlervorwurf bestätigt werden.

Rund zwei Drittel der Behandlungsfehlervorwürfe betrafen Behandlungen in Kliniken, etwa ein Drittel bezog sich auf eine Behandlung durch einen niedergelassenen Arzt. Zu 92 Prozent richteten sich die Vorwürfe gegen die behandelnden Ärzte, in acht Prozent gegen medizinisches Assistenzpersonal und Pflegefachkräfte.

Chirurgie, Zahnmedizin und Innere Medizin sowie die Gynäkologie und Geburtshilfe standen auch im Jahr 2016 besonders häufig im Fokus. Von den begutachteten Fällen wurde bei etwa einem Viertel der Fälle ein Behandlungsfehlervorwurf bestätigt. In allen anderen Fällen handelte es sich zumeist um Komplikationen.

Im Interesse der Patientinnen und Patienten plädiert der MDK Baden-Württemberg für eine neue Sicherheitskultur, bei der Fehler offengelegt und ausgewertet werden. "Denn nur wenn man die Fehler kennt, sie systematisch erfasst und darüber redet, ist es möglich, aus Fehlern zu lernen und sie künftig zu vermeiden", sagt Geschäftsführer Erik Scherb.

Bei vermuteten Behandlungsfehlern leisten die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung einen wichtigen Beitrag: Im Auftrag der Kassen erstellen spezialisierte Gutachterinnen und Gutachter ein sachverständiges, interessenneutrales und für die Versicherten kostenfreien Gutachten. Gesetzliche Grundlagen hierfür sind § 66 SGB V sowie § 116 SGB X. Erste Anlaufstelle für die Patienten ist die Krankenkasse.

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