Medizinische Dienste leisten aktiven Beitrag zu Patientensicherheit

Veröffentlicht: 05.06.18
2017 übernahm der MDK Baden-Württemberg im Auftrag der Krankenkassen in 4.751 Fällen (2016: 4.262) die gutachterliche Prüfung auf einen möglichen Behandlungsfehler. In 1.214 Fällen erstellten spezialisierte Gutachterinnen und Gutachter ein umfangreiches fachärztliches Gutachten. Ähnlich wie in den Vorjahren wurde bei etwa 28 Prozent der begutachteten Fälle der Behandlungsfehlervorwurf bestätigt.
 
Rund zwei Drittel der Behandlungsfehlervorwürfe betrafen Behandlungen in Kliniken, etwa ein Drittel bezog sich auf eine Behandlung durch einen niedergelassenen Arzt. Zu 93 Prozent richteten sich die Vorwürfe gegen die behandelnden Ärzte, in acht Prozent gegen medizinisches Assistenzpersonal und Pflegefachkräfte.
 
Die festgestellten Fehler betreffen unterschiedliche Erkrankungen und Behandlungen.
Chirurgie, Zahnmedizin und Innere Medizin sowie die Gynäkologie und Geburtshilfe standen auch im Jahr 2017 besonders häufig im Fokus. Von den begutachteten Fällen wurde bei etwa einem Viertel der Fälle ein Behandlungsfehlervorwurf bestätigt. In allen anderen Fällen handelte es sich zumeist um Komplikationen.
 
Mit der Begutachtung von Behandlungsfehlern leisten die Medizinischen Dienste einen aktiven Beitrag in Sachen Patientensicherheit: "Unsere interessensneutralen, unabhängigen Gutachten sind eine unverzichtbare Unterstützung für Patientinnen und Patienten, die einen Behandlungsfehler vermuten", betont Erik Scherb, Geschäftsführer im MDK Baden-Württemberg.
 
Die MDK-Zahlen zeigen nur einen Ausschnitt an Behandlungsfehlern. Zahlreiche Fälle bleiben nach wie vor unbekannt, zum einen weil sie nicht von Patientinnen und Patienten erkannt und daher auch nicht vorgeworfen werden. Zum anderen werden Behandlungsfehler in Deutschland bislang nicht zentral erfasst. Daher ist es auch nicht möglich, aussagekräftige Rückschlüsse auf die Sicherheit in Krankenhäusern und Arztpraxen zu ziehen.

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