Medizinische Dienste plädieren für mehr Transparenz und Patientensicherheit

Veröffentlicht: 16.05.19
Im Jahr 2018 hat der MDK Baden-Württemberg 4.828 Fälle möglicher Behandlungsfehler (2017: 4.751) gutachterlich überprüft. Spezialisierte Gutachterinnen und Gutachter erstellten in 1.890 Fällen ein umfangreiches fachärztliches Gutachten.

In einem Viertel der begutachteten Fälle wurde der Behandlungsfehlervorwurf bestätigt. In den anderen Fällen handelte es sich meist um Komplikationen. Zu 80 Prozent richteten sich die Vorwürfe gegen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte, in neun Prozent gegen Zahnärztinnen und -ärzte, in 11 Prozent gegen medizinisches Assistenzpersonal und Pflegefachkräfte.

Die festgestellten Fehler beziehen sich auf unterschiedliche Erkrankungen und Behandlungen. Chirurgie, Zahnmedizin und Innere Medizin sowie Gynäkologie und Geburtshilfe standen auch im Jahr 2018 häufig im Fokus.

Die MDK-Zahlen zeigen nur einen Ausschnitt an Behandlungsfehlern und sind somit nicht repräsentativ. Aussagekräftige Rückschlüsse auf die Sicherheit in Kliniken und Arztpraxen sind somit nicht möglich. Zahlreiche Fälle sind nach wie vor unbekannt: Zum einen werden diese in Deutschland nicht zentral erfasst, zum anderen werden sie von betroffenen Patientinnen und Patienten nicht als Fehler erkannt und deshalb auch nicht vorgeworfen.

Im Interesse der Patientinnen und Patienten plädiert der MDK Baden-Württemberg für eine Sicherheitskultur, bei der Fehler grundsätzlich offengelegt und ausgewertet werden. "Nur wenn man Fehler kennt, systematisch erfasst und darüber redet, kann man daraus lernen und sie künftig vermeiden“, betont Erik Scherb, Geschäftsführer des MDK Baden-Württemberg.

Hintergrundinformation

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) Baden-Württemberg ist der organisatorisch selbstständige und fachlich unabhängige sozialmedizinische Beratungs- und Begutachtungsdienst der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.

Seit der Gründung 1990 ist die Hauptverwaltung in Lahr/Schwarzwald angesiedelt. 11 Beratungs- und Begutachtungszentren sowie 6 Beratungsstellen garantieren eine flächendeckende Versorgung für Baden-Württemberg.

Seine Beratungs- und Begutachtungsaufgaben leistet der MDK Baden-Württemberg im Auftrag der gesetzlichen Krankenkassen und Pflegekassen sowie auf Basis einschlägiger Rechtsvorschriften und Richtlinien sowie der aktuellen Rechtsprechung.

Der MDK Baden-Württemberg kann von den gesetzlichen Krankenkassen mit der Begutachtung eines Behandlungsfehlervorwurfs beauftragt werden. Erste Anlaufstelle für die Patientinnen und Patienten ist die Krankenkasse.
Ansprech­partner

Markus Hartmann

Referent für Unternehmenskommunikation
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