Rainer Hinderer MdL: "Die Leistungsfähigkeit des MDK beeindruckt mich sehr"

Veröffentlicht: 13.01.17
Rainer Hinderer, SPD-Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Heilbronn und im Landtag Vorsitzender des Ausschusses für Soziales und Integration, war zu Gast in der Hauptverwaltung des MDK Baden-Württemberg in Lahr. Geschäftsführer Erik Scherb bot Einblicke in Aufgaben und Bedeutung des Medizinischen Dienstes. Im Mittelpunkt des Gespräches standen natürlich die Pflegereform und das damit verbundene neue Begutachtungsverfahren.
 
Seit dem 1. Januar 2017 gibt es den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff. Mit diesem dringend notwendigen Wandel hat sich die Begutachtung pflegebedürftiger Menschen durch den MDK grundlegend verändert: Rainer Hinderer begrüßte es ausdrücklich, dass zukünftig mehr Menschen Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung erhalten; er betonte insbesondere die Notwendigkeit, dass demenziell und gerontopsychiatrisch erkrankte Menschen bei den Leistungen berücksichtigt werden.
 
Das neue Begutachtungsverfahren, das die Gutachterinnen und Gutachter jetzt einsetzen, hat eine pflegewissenschaftliche Grundlage. Die Feststellung der Pflegebedürftigkeit orientiert sich am Grad der Selbstständigkeit in elementaren Lebensbereichen wie Mobilität oder kognitive und kommunikative Fähigkeiten. Für jeden Bereich werden Punktwerte ermittelt, die gewichtet und zusammengezählt eine Empfehlung für einen der fünf neuen Pflegegrade ergeben. Diese Systematik löst die oft kritisierten "Pflegeminuten" endgültig ab.
 
"Bei der Begutachtung sehen wir uns Pflegebedürftigkeit in allen Dimensionen an. Und wir fragen: Was können wir tun, um die Selbstständigkeit eines pflegebedürftigen Menschen zu bewahren und zu unterstützen?", erläuterte Erik Scherb. Neben der Feststellung des Pflegegrades geben die Gutachterinnen und Gutachter Empfehlungen zu Maßnahmen der Prävention, Rehabilitation und für Heil- und Hilfsmittel. Neu ist auch, dass das MDK-Gutachten automatisch zusammen mit dem Bescheid der Pflegekasse übermittelt wird – sofern der Versicherte dieser Übersendung nicht widersprochen hat.
 
MDK Baden-Württemberg ist gut vorbereitet – Begutachtungsvolumen steigt


"Dieser grundlegende Systemwandel stellt uns vor große Herausforderungen, doch wir sind bereits seit geraumer Zeit gut auf die Umstellung vorbereitet ", betonte Erik Scherb. So sind der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff und das Begutachtungsverfahren im MDK Baden-Württemberg schon lange keine Unbekannten mehr: Mehrere Gutachterinnen und Gutachter hatten sich in den Jahren 2014 und 2015 an den Studien beteiligt, mit denen das Verfahren in der Praxis getestet und evaluiert wurde.
Im vergangenen Jahr konnten sich die rund 320 Pflegefachkräfte sowie deren Führungskräfte in mehrtägigen Schulungen mit den bundesweit einheitlichen Begutachtungs-Richtlinien und dem Verfahren vertraut machen.
 
Auch personell hatte sich der MDK Baden-Württemberg auf den Übergang und das zunehmende Begutachtungsvolumen eingestellt. So ist in den vergangenen beiden Monaten die Zahl der Pflegebegutachtungen im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum um rund 23 Prozent angestiegen. Für 2017 wird ein weiterer Anstieg der Pflegebegutachtungen erwartet.
 
Rainer Hinderer, der in der letzten Legislaturperiode auch Obmann der SPD-Fraktion in der Enquetekommission "Pflege in Baden-Württemberg zukunftsorientiert und generationengerecht gestalten" war, bedankte sich bei seinem Besuch für das außerordentliche Engagement der MDK-Mitarbeitenden vor und über den Jahreswechsel: "Der MDK Baden-Württemberg leistet als unabhängiger Beratungs- und Begutachtungsdienst einen wertvollen Beitrag zur Gewährung von Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung. Die Umstellung von den drei Pflegestufen zu den fünf Pflegegraden und der damit verbundene Systemwechsel erfordert hohe Sachkunde und qualifizierte Pflegefachkräfte. Die Leistungsfähigkeit des MDK beeindruckt mich sehr".
 
Engagiert für eine gute und gerechte Gesundheitsversorgung
 
Im weiteren Verlauf des Gesprächs beleuchtete Erik Scherb weitere Aufgaben des MDK Baden-Württemberg. Neben dem gesamten Spektrum der Beratung und Begutachtung für die gesetzliche Krankenversicherung, wies er auf einige landesspezifische Besonderheiten hin. So zielt die "Stelle zur Qualitätssicherung im Rettungsdienst Baden-Württemberg (SQR-BW)" darauf, die Versorgung der Patienten im Rettungsdienst zu sichern und zu verbessern.
 
Das Verordnungscontrolling im MDK Baden-Württemberg analysiert die Arznei- und Heilmittelverordnungen aller Vertragsärzte. Mit den Auswertungen wird die gesetzliche Krankenversicherung in Baden-Württemberg beraten und unterstützt.
 
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