Informationen für stationäre Pflegeeinrichtungen

Stationäre Pflege in einer Pflegeeinrichtung wird erforderlich, wenn die Pflege zu Hause nicht mehr möglich ist. Die Qualität der Pflegeheime wird einmal jährlich unangemeldet vom MDK überprüft, im Auftrag der Pflegekassen. Den Grad der Pflegebedürftigkeit beschreiben die Gutachterinnen und Gutachter des MDK im Rahmen einer Pflegebegutachtung.

Informationen zu den Qualitätsprüfungen

Um eine angemessene Pflege sowie die Einhaltung der vereinbarten Qualitätsstandards sicher zu stellen, führen wir mindestens einmal jährlich eine Qualitätsprüfung der Pflegeeinrichtungen durch – im Auftrag der Landesverbände der Pflegekassen und der Verbände der Ersatzkassen.

Natürlich ist der Besuch des MDK für die Einrichtung nach wie vor eine Prüfungssituation. Doch für uns zählt der freundliche, wertschätzende und respektvolle Umgang mit allen Beteiligten. Wir sprechen mit den Kolleginnen und Kollegen in den Einrichtungen auf Augenhöhe. Das gemeinsame Ziel – das Wohl der pflegebedürftigen Menschen – verbindet.
 
Die Qualitätsprüfungen bilden eine Einheit aus Prüfung, Beratung und Empfehlung von Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung. Daher können wir bereits während der Qualitätsprüfung bei festgestellten Qualitätsdefiziten Lösungsmöglichkeiten aufzeigen (Impulsberatung).
 
In der Regelprüfung erfassen wir wesentliche Aspekte des Pflegezustandes sowie die Wirksamkeit der Pflege- und Betreuungsmaßnahmen (Ergebnisqualität). Die Prüfung kann sich zudem auf Ablauf, Durchführung und Evaluation der Leistungserbringung (Prozessqualität) sowie auf die Rahmenbedingungen der Leistungserbringung (Strukturqualität) erstrecken.
 
Die Qualitätsprüfungen erfolgen grundsätzlich unangemeldet. Als zugelassene Pflegeinrichtung gemäß § 112  Abs. 2 SGB XI haben Sie eine Mitwirkungspflicht bei der Durchführung von Qualitätsprüfungen nach § 114 SGB XI. Bitte stellen Sie sicher, dass unsere Qualitätsprüfer Zugang zu Ihrer Einrichtung erhalten – und die Qualitätsprüfung ordnungsgemäß durchführen können. Sie oder Ihr Beauftragter sollten erforderliche Unterlagen vorlegen und Auskünfte erteilen können.
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Die rechtlichen Grundlagen für unsere Qualitätsprüfungen finden Sie hier:
Die Selbstauskunftsbögen finden Sie in unserem Downloadbereich.
So läuft ein Qualitätsprüfungstag in Ihrer Pflegeeinrichtung in der Regel ab!
 
Selbstverständlich wollen wir die Qualitätsprüfung möglichst ressourcenschonend durchführen. Bitte nennen Sie unseren Qualitätsprüfern Ihre nicht verschiebbaren Termine des Tages. Gerne gehen wir – soweit möglich – darauf ein. Die Versorgung der pflegebedürftigen Menschen hat immer Vorrang.
  • Nach Begrüßung, Vorstellung und Bestimmung der Stichprobe erstellen wir einen Ablaufplan für den Tag.
  • Nach einem Zufallsprinzip werden neun pflegebedürftige Menschen in die Stichprobe aufgenommen.
  • Die pflegebedürftigen Menschen oder deren gesetzliche Betreuer/Bevollmächtigte werden zunächst um ihr Einverständnis gebeten.
  • Unsere Qualitätsprüfer besuchen die pflegebedürftigen Menschen, fragen nach der Zufriedenheit mit der Pflegeeinrichtung sowie mit der pflegerischen Versorgung – und machen sich ein Bild vom gesundheitlichen und pflegerischen Zustand.
  • Im Fachgespräch mit der Pflegefachkraft nehmen wir auch Einblick in die Pflegedokumentation.
  • In der kollegialen Beratung besprechen wir mögliche Maßnahmen zur Verbesserung der Pflegesituation.
  • Danach erheben wir strukturelle Daten zur Pflegeeinrichtung.
  • Im Abschlussgespräch geben wir anhand erster Ergebnisse konkrete Verbesserungsvorschläge zur Qualitätssicherung. Ziel ist, Qualitätsmängeln rechtzeitig vorzubeugen oder diese direkt abzustellen.
  • Gerne können Sie im Anschluss an die Qualitätsprüfung den Prüftag bewerten. Die Qualitätsprüfer händigen Ihnen hierzu ein Informationsschreiben mit den Zugangsdaten zu unserem Online-Fragebogen aus. 
Die Landesverbände der Pflegekassen, die zuständige Heimaufsichtsbehörde und Sie erhalten den ausführlichen Prüfbericht innerhalb von 21 Kalendertagen. Ebenso erhalten Sie Zugangsdaten für die Online-Befragung, um den Prüfbericht zu bewerten. Der aus dem Prüfbericht generierte vorläufige Transparenzbericht wird Ihnen von der DCS (Daten-Clearing-Stelle) per E-Mail zugesendet.

Es stehen Ihnen 28 Kalendertage zur Verfügung, diesen vorläufigen Transparenzbericht zu kommentieren und ggf. Kontakt mit dem zuständigen Landesverband der Pflegekasse aufzunehmen. Danach wird der Transparenzbericht im Internet veröffentlicht.
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So bereiten Sie sich auf die Qualitätsprüfung vor!

In stationären Pflegeeinrichtungen erfolgt die Qualitätsprüfung unangemeldet. Sie können sich auf die Qualitätsprüfung vorbereiten, indem Sie für unsere Stichprobe eine aktuelle Liste ihrer pflegebedürftigen Bewohner bereit halten – alphabetisch und nach Pflegegrad sortiert.

Auswahl der Stichprobe (gemäß QPR):
  • Zwei Bewohnerinnen/Bewohner aus Pflegegrad 1 u. 2
  • Zwei Bewohnerinnen/Bewohner aus Pflegegrad 3
  • Drei Bewohnerinnen/Bewohner aus Pflegegrad 4
  • Zwei Bewohnerinnen/Bewohner aus Pflegegrad 5 
Ebenso können Sie Ihre Strukturdaten aktualisieren.

Um die Qualitätsprüfung möglichst reibungslos zu gestalten, sollten Sie uns bitte eine Pflegefachkraft zur Seite stellen, die adäquate Auskünfte zum pflegebedürftigen Menschen wie auch zur Pflegedokumentation geben kann.

Informationen zur Pflegebegutachtung

Wer Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten möchte, muss zunächst einen Antrag bei seiner Pflegekasse stellen. Die Pflegekasse beauftragt dann den MDK, zu prüfen, ob die Voraussetzungen dafür vorliegen. Um das beurteilen zu können, besucht eine Gutachterin oder ein Gutachter des MDK Baden-Württemberg den pflegebedürftigen Menschen zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung.

Sie unterstützen Ihren Bewohner bei der Beantragung von Leistungen der Pflegeversicherung?

Durch aussagekräftige Unterlagen, die Sie bereits dem Antrag beilegen (ggf. in verschlossenem Umschlag: "nur vom MDK zu öffnen"), vereinfacht und beschleunigt sich das Begutachtungsverfahren für Sie und Ihren Bewohner.

Dazu benötigen wir folgende aktuelle Unterlagen:
  • Diagnoseblatt
  • Pflegeplanung
  • Behandlungspflegenachweis
Gutachten werden auch ausnahmsweise nach Aktenlage erstellt, wenn beispielsweise die persönliche Untersuchung nicht möglich oder nicht zumutbar ist. Für ein umfassendes Gutachten müssen detaillierte Informationen vorliegen, unter anderem zu den pflegerelevanten Diagnosen, zu den Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit und der Fähigkeiten oder zum Pflegeablauf.

Die sorgfältig ausgefüllte Selbstauskunft vereinfacht und beschleunigt das Begutachtungsverfahren.